Das große Papa-Interview – 10 Fragen und die ungeschönte Wahrheit

Meine Interview Beitrag an der Puddingklecks Blogparade // 10 Fragen – 10 Antworten

 

Hallo zusammen,

die letzten Tage bin ich auf eine schönes Idee aufmerksam geworden und möchte mich damit an der Blogparade von Julie und ihrem Blog Puddingklecks beteiligen.

Eigentlich sollen bloggende Mamas ihre Männer interviewen und die Jungs sollen so mal die Chance bekommen, ihre Sicht auf das Vater werden und Vater sein los werden und anderen Papas vielleicht ein wenig Hilfestellung geben.

Jetzt blogge ich hier ja nun mal selber, also wird das wohl ein schizophrenes  Selbstgesprächsinterview 😉 Sollte man als Mann hin bekommen !

 

Hier geht es total um meine persönlichen Gedanken, manches mag nicht jeden Geschmack treffen und vielleicht habt ihr auch eine andere Sicht der Dinge. Aber wäre ja auch langweilig wenn alle Papas gleich wären. Über ein bisschen Feedback und Austausch würde ich mich sehr freuen.

Sollten bloggende Mamas mitlesen, dann schnappt euch doch eure Männer und beteiligt euch an der Blogparade und stellt die Links dazu bei Julie online.

 

1. Wie hast du die Schwangerschaften deiner Frau erlebt. Waren sie unterschiedlich? Wurdest du mit einbezogen?

Die erste war schon schwer und zum Ende häufig belastend. Am Anfang lief alles gut, keine Übelkeit oder die sonst üblichen „Nebenwirkungen“.

Ab der zweiten Hälfte ging es dann aber los. Erst Blutungen und dann auch noch ein Nierenaufstau, der fast Richtung Nierenversagen gegangen wäre. Zudem waren uns die Ärzte in den Krankenhäusern oft keine Hilfe. Als es dann 5 Wochen vor ET hieß „Kind holen oder Nierenversagen riskieren“ waren wir natürlich hin und her gerissen. Wir haben versucht alles richtig zu machen und sind dann trotzdem beim Notkaiserschnitt gelandet. Für die Große kein schöner Start ins Leben.

Bei der Kleinen waren wir somit besser informiert und hatten und schon Notfallpläne zurecht gelegt. Zudem sollte es dieses Mal eine Hausgeburt werden, wir wollten nicht die gleichen Fehler nochmal machen. Grundsätzlich war alles etwas entspannter, nur man war durch die Große auch anderweitig mehr eingebunden.

 

2. Hat sich seit der Geburt deines ersten Kindes etwas geändert?

Alles 😉 Man hat andere Sorgen und andere Prioritäten. Auch wenn man bereits als Paar zusammen lebt, man ist doch für sich recht frei in seinen Entscheidungen. Man hatte mehr Zeit für sich selber, aber auch für sich als Paar. Man war weniger Rechenschaft schuldig und konnte auch mal eine Woche seinem Hobby nachgehen. Jetzt muss man Monat für Monat die Versorgung der Familie sicher stellen, trotz Arbeitsstress die Ruhe bewahren und viel häufiger Kompromisse schließen. Aber das ist ja Teil vom „älter werden“

 

3. Was wurde anders von Kind zu Kind? Wurde etwas anders?

Man hat einfach weniger Zeit für alles. Zwei Kinder fordern noch viel mehr und man muss ein unglaubliches Zeitmanagement entwickeln. Man entwickelt Fähigkeiten, von denen hätte man vorher nie etwas geahnt. Arme werden länger, man funktioniert auch mit 3 Stunden Schlaf,… Schön ist allerdings, dass man das ganze Chaos zuhause jetzt auf die Kinder schieben kann 😉

 

4. Was würdest du in Bezug auf deine Kinder ändern wollen?

Ich hätte gerne mehr Zeit und Geduld. Mehr Zeit für die Bedürfnisse der Großen, sie musste ziemlich zurück stecken und hat plötzlich eine neue Rolle in der Familie, in die man mit drei Jahren auch erst einmal hinein wachsen muss. Aber sie macht das toll, ist eine wunderbare große Schwester und macht mich jeden Tag stolz.

 

5. Gibt es etwas, was du mit der Erfahrung von heute in der Vergangenheit anders gemacht hättest?

Ich wäre im Rahmen der ersten Schwangerschaft gerne souveräner aufgetreten und hätte mehr für meine Frau getan. Keine Ahnung ob es am Verlauf etwas geändert hätte, aber ich würde mich nicht nochmal so überrumpeln lassen.

 

6. Hat sich die Beziehung zu deiner Frau durch die Kinder geändert/gefestigt/gelockert?

Ich denke nicht 😉 Klar, man hat weniger Zeit für die Dinge, die man ohne Kinder machen konnte, aber die beiden Pupser bereichern unsere Beziehung ungemein. Man wird konfliktbereiter, erfreut sich an vielen kleinen Dingen.  Und wir können einfach total stolze Eltern sein, die ihren Kindern von ihrer Liebe ganz viel abgeben.

 

 7. Wie hast du dir dein Leben als Papa vorgestellt? Inwiefern stimmt es mit der Realität überein?

Gab es eine konkrete Vorstellung? Nicht wirklich, man hatte bisher ja keine Erfahrungswerte. In unserem Freundeskreis waren wir die ersten mit Kind, Abgucken war also nicht drin. Manchmal sieht es bei anderen leichter aus als es ist, aber man darf sich nie entmutigen lassen. Eigentlich kann man ja nichts falsch machen.

 

8. Was wünschst du dir für deine Kinder für die Zukunft?

Das sie immer wissen, wer sie liebt und wer für sie da ist. Das wir ihnen genug mitgeben können, damit sie starke und gute Persönlichkeiten werden. Sie sollen mit allem zu uns kommen können und wissen, dass ihre Eltern immer für sie da sind. Ich hoffe zudem, dass sich unsere verrückte Welt langsam wieder unter Kontrolle bekommt, damit ich die beiden irgendwann ohne Sorgen in ihr eigenes Leben entlassen kann.

 

9. Was rätst du anderen werdenden Vätern?

Macht einfach! Auch wenn man immer sagt, dass Mamas durch die Schwangerschaft eine spezielle Bindung zum Kind haben, dem Papa geht es nicht anders. Vieles entscheidet man am besten aus dem Bauch heraus. Dein Kind weiß wer du bist, das auch du Fehler hast und verzeiht dir auch deine kleinen Unzulänglichkeiten. Seid aber immer offen für die Gedanken eures Kindes, ihr habt da einen kleinen Menschen und keine Maschine geschaffen. Lasst eure Kinder einfach Kinder sein ! Seid für sie da, nehmt euch Zeit, macht Quatsch, bastelt, malt und baut. Werdet selber viel häufiger wieder zum Kind und versucht nicht, eure Kind in irgendeine Rolle zu pressen.

 

10. Möchtest du sonst noch etwas loswerden?

Nö…eigentlich nicht. Nur ein Dank an Julie für die Idee und die Möglichkeit, auch mal Papasicht unter die Leute zu bringen.


2 Comments

  • Julie

    24. Mai 2017

    Was für ein wundervolles Selbstgespräch! Vielen Dank für diesen wirklich tollen Beitrag!

    Liebe Grüße

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    • Dirk

      24. Mai 2017

      Liebe Julie,

      Danke das ich mitmachen durfte! Ein bisschen Hilfe für einen Bloganfänger 😉
      Liebe Grüße

      Reply

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